Wann sind Uhren wasserdicht?

Blogger Feder erklärt Wasserdichte Uhren

Unser Uhren Blogger Fedor Singer erklärt die Wasserdichtheit bei Armbanduhren

Die Herstellerangaben zur Wasserdichtheit sind leider etwas verwirrend. Die deklaration auf dem Uhrenboden ist ziemlich verwirrend. 30 Meter Wasserdicht bedeutet nicht, dass ich mit meiner Uhr bis zu 30 Meter in die Tiefe tauchen kann. Dass eine Uhr laut Hersteller bis zu 100 Meter wasserdicht ist, heisst also auch nicht, dass sie auch jeden Tauchgang unbeschadet übersteht.

Daher stellen sich viele Fragen:
• Kann ich mit meiner Uhr unter die Dusche?
• Schadet ihr das kühle Nass im Badesee?
• Verträgt die Uhr wenigstens Regen oder Händewaschen?

Wasserdichte Uhren

Eine wasserdichte Uhr ist niemals vollständig dicht. Sie ist nur mehr oder weniger vor Wasser geschützt – entsprechend ihrer Bauart und nach einem definierten Prüfverfahren. Dennoch sollte man eine solche Uhr niemals unsachgemäss behandeln. Liegt die Uhr zu lange im Wasser oder setzt man sie einem zu hohen Wasserdruck aus, kann dennoch Wasser eindringen.

Wenn eine Uhr spritzwassergeschützt ist, übersteht sie einige Sekunden in einer kleinen Pfütze. Es gibt auch Uhren, die sich für längere Tauchgänge eignen. Dann ist dies aber auf der Uhr angegeben.

In wasserdichte Uhren werden Dichtungsringe eingebaut

Ein Uhrengehäuse ist präzise aus unterschiedlichen Materialien zusammengefügt. Dabei ist es wichtig, wie stark ein Material sich ausdehnt, wenn die Temperatur in der Umgebung sich ändert. Berechnet wird dies mit dem sogenannten Ausdehnungskoeffizienten. Will ein Hersteller seine Uhr wasserdicht machen, entwickelt er spezielle Konstruktionen mit eingebauten Dichtungen. Diese Dichtungen können mit den Jahren ihre Dichtigkeit verlieren. Auch Seifen, Badezusätze, Kosmetikprodukte, Sonnencreme oder Schweiss können ihnen zusetzen.

Uhrenfabrikationen machen eine Uhr wasserdicht, indem sie an der Krone, am Glas und am Boden Dichtungsringe einfügen. An der Krone erweist sich dies als besonders knifflig, weil diese direkt in die innere Mechanik der Uhr führt und ein kompliziertes Innenleben hat.

Uhren mit unterschiedlichen Angaben – wie wasserdicht ist meine Uhr?

Uhren besitzen unterschiedliche Angaben zur Wasserdichtheit. Steht eine Angabe in bar auf dem Gehäuse, ist damit der Druck gemeint, den das Wasser, das die Uhr umgibt, maximal auf die Uhr ausüben darf. Dieser steigt, je tiefer man sich unter Wasser begibt. Damit lässt sich zwar eine Angabe in bar in eine konkrete Wassertiefe umrechnen. Aber der Druck steigt nicht nur mit der Wassertiefe, sondern auch mit den Bewegungen, die wir unter Wasser machen. Die folgende Tabelle zeigt, was eine Uhr mit der entsprechenden Kennzeichnung aushält:

DruckangabeWater Resistant3 ATM (30 M)5 ATM (50 M)10 ATM (100 M)20 ATM (200 M)
Wasserspritzer, RegenJa
JaJaJaJa
HändewaschenNeinJaJaJaJa
Baden / DuschenNeinNeinJaJaJa
Schwimmen / SchnorchelnNeinNeinNeinJaJa
TauchenNeinNeinNeinNeinJa

Durch Bewegungen im Wasser, wie etwa eine heftige Schwimmbewegung oder einen Schlag aufs Wasser, kann der verursachte dynamische Druck den angegebenen statischen Druck um ein Vielfaches übersteigen und dadurch die eingegebene Wasserdichtigkeit beeinträchtigen.

Die o.e. Meter Angabe bezieht sich nicht auf eine Tauchtiefe, sondern auf den Luftdruck, welcher im Rahmen der Wasserdichtigkeitsprüfung angewendet wurde.


Der Begriff „wasserdicht“ wird in der ⬈ DIN-Norm 8310 festgelegt und beschreibt ein Konstruktionsmerkmal. Danach gilt eine Uhr als wasserdicht (ohne Angabe eines Drucks), wenn sie im Neuzustand die drucktechnische Prüfung nach DIN 8310 besteht: 30 Minuten in 1 Meter Wassersäule (ca. 0.1 Bar), anschliessend 90 Sekunden in 20 Meter Wassersäule (ca. 2 Bar). Die Uhr wird somit einem maximalen Druck von ungefähr 3 Bar ausgesetzt.

Wie oben bereits erwähnt, wird mit bar die Druckfestigkeit angegeben. Eine Angabe von 20 ATM steht für einen Druck, wie er in 200 Meter Wassertiefe zu erwarten ist. Dies ist die minimale Druckfestigkeit, die eine Uhr braucht, damit Sie unbesorgt mit ihr tauchen gehen können.


Ihr Uhrmacher oder Fachgeschäft geben Auskunft

Wenn Sie trotzdem unsicher sind, gehen Sie mit Ihrer Uhr besser nicht ins Wasser – oder lassen Sie sich bei ihrem lokalen Uhrmacher oder Uhren Fachgeschäft in ihrer Nähe beraten.

Uhren Blogger Fedor Beitrag vom „Uhren Blogger“ Fedor

FAQ

Bleiben Uhren immer gleichbleibend wasserdicht?

Nein, leider nicht. Die Wasserdichtheit kann im Laufe der Jahre leiden. Grundsätzlich gilt die Angabe zur Wasserdichtheit nur für den Moment der Prüfung. Wenn die Uhr altert, sich abnutzt oder beschädigt wird, kann sich der Zustand immer wieder ändern. Dichtungen können mit der Zeit spröde werden. Auch ein Stoss auf die Krone kann die Wasserdichtheit beeinträchtigen. Wenn Sie eine wasserdichte Uhr brauchen, bringen Sie sie einmal im Jahr zum Uhrmacher. Dieser prüft ihre Uhr und tauscht gerne die Dichtungen aus.

Meine Uhr ist auf den Innenseite des Glases beschlagen. Was kann ich tun?

Wenn der Beschlag einige Minuten nach Trocknung der Glasoberfläche verschwindet, stellt dies kein Problem dar. Bleibt die Uhr jedoch längere Zeit beschlagen, kann ein Problem bei der Wasserabdichtung vorliegen. Suchen Sie das nächstgelegene Servicecenter auf der Supportseite unserer Website und fragen Sie dort um Rat.

Meine Uhr hat einen Wasserschaden. Was kann ich tun?

Stellten Sie in ihrer Uhr Feuchtigkeit (Kondenswasser) fest, sollten Sie sie unverzüglich zum Service bringen.


Wasserdichtheit prüefen Uhren Basel 2022

Ergänzungen

Absolute Wasserdichtigkeit bei Uhren gibt es nicht!
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Feuchtigkeit in ein Gehäuse eindringt.

Die Wasserdichtheit einer Uhr ist keine bleibende Eigenschaft. Glas, Krone und Dichtungen unterliegen der Alterung und Abnutzung. Sichtbares Kondenswasser unter dem Glas ist ein Anzeichen für eingedrungene Feuchtigkeit. Nur die regelmässige Überprüfung Ihrer Uhr und gute Pflege bieten Schutz vor eindringendem Wasser.

Achten Sie aber auch beim Service einer wasserdichten Uhr darauf, das Sie von qualifiziertem Fachpersonal betreut werden, den kein Uhrenhersteller übernimmt eine Garantieleistung, wenn die Anleitung betreffend dem Batteriewechsel nicht beachtet wurde.

Betrauen Sie deshalb nur ein Uhrenfachgeschäft mit der Pflege und Instandsetzung ihrer Uhr. Lassen Sie beim Batteriewechsel ihrer wasserdichten Quarzuhr stets die Wasserdichtigkeit prüfen. Dies erspart Ihnen kostspielige Reparaturen, verursacht durch das Eindringen von Wasser oder Feuchtigkeit.


Trotz der Verwendung von erstklassigem Material und bei modernsten Fabrikationsmethoden ist es oft nicht möglich eine Armbanduhr wirklich vor eindringendem Wasser zu schützen. Dies liegt oft an der exklusiven Form, an der flachen Bauweise oder am Preis-Leistungs Verhältnis. Uhren werden oft aus verschiedenen Bauelementen zusammengestellt (Glas, Gehäuse, Boden), die aus unterschiedlichsten Materialien hergestellt sind (Kunststoffe, Mineralien, Metalle) und dies erschwert eine sichere Dichtung der Uhr.

Auch wenn eine Uhr wasserdicht ist, sollten die nachfolgenden Vorsichtsmassnahmen für die Verwendung beachtet werden.

• Betätigen Sie die Krone oder die Knöpfe nicht, wenn die Uhr in Wasser eingetaucht oder nass ist.
• Vermeiden Sie das Tragen Ihrer Uhr in der Badewanne.
• Tragen Sie Ihre Uhr nicht in einem beheizten Schwimmbecken, in der Sauna oder einer anderen Umgebung mit hohen Temperaturen / hoher Luftfeuchtigkeit.
• Tragen Sie Ihre Uhr nicht beim Waschen der Hände oder des Gesichts, bei Hausarbeiten oder anderen Arbeiten mit Seife oder Reinigungsmitteln.
• Verwenden Sie nach dem Eintauchen in Seewasser klares Wasser zum Abspülen von Salz und Schmutz von Ihrer Uhr.
• Um die Wasserdichtigkeit aufrecht zu erhalten, müssen die Dichtungen Ihrer Uhr in regelmässigen Abständen (ca. alle zwei oder drei Jahre) ausgetauscht werden.
• Lassen Sie die Batterie immer vom ursprünglichen Händler oder von einem autorisierten Uhrmacher wechseln.
• Einige wasserdichte Uhren sind mit Lederarmbändern ausgestattet. Vermeiden Sie das Schwimmen, Waschen und alle anderen Aktivitäten, bei denen das Lederarmband direkt Wasser ausgesetzt ist.

Fédération de l'industrie horlogère suisse

Salzwasser schaden jedem Material

Im Salzwasser sollten Sie – mit Ausnahme spezieller Taucheruhren – keine Uhr tragen, auch wenn diese bis 10 Bar wasserdicht ist. Das Salzwasser greift die Dichtungen an und macht sie porös.


Taucheruhren

Eine Taucheruhr hält dem Druck bis zu einer Tiefe von 200 Metern stand. Tragen Sie diese Uhr nicht in grösseren Tiefen als den angegebenen. Sie kann beim Tauchen, Sporttauchen usw. getragen werden. Tragen Sie diese Uhr nicht beim Tieftauchen (Tauchen mit einem Gasgemisch) oder in einer grösseren Tiefe als der angegebenen.
• Die Knöpfe Ihrer Uhr können unter Wasser betätigt werden. Betätigen Sie die Krone nicht, wenn die Uhr in Wasser eingetaucht ist.
• Verwenden Sie nach dem Eintauchen in Seewasser klares Wasser zum Abspülen von Salz und Schmutz von Ihrer Uhr.
• Um die Wasserdichtigkeit aufrecht zu erhalten, müssen die Dichtungen Ihrer Uhr in regelmässigen Abständen (alle zwei Jahre) ausgetauscht werden.
• Ein geschulter Techniker prüft Ihre Uhr auf ausreichend Wasserdichtigkeit, wenn die Batterie ausgetauscht wird. Für den Austausch der Batterie sind spezielle Werkzeuge erforderlich. Lassen Sie die Batterie immer vom ursprünglichen Händler oder von einem autorisierten Fachhändler wechseln.

Uhren mit verschraubter Krone

Ist die Krone durch ein Gewinde mit dem Uhrgehäuse verbunden, spricht man von einer verschraubten Krone. Dieses System wirkt ähnlich wie ein verschraubter Uhrenboden und wird zusätzlich mit einer Kronendichtung aus „Gummi“ verstärkt. Uhren mit verschraubter Krone sind nur wasserdicht, wenn die Krone fest angeschraubt ist. (Nach dem Zeigerstellen, Krone eindrücken, dann gegen das Gehäuse pressen und gleichzeitig festschrauben).


Service von Wasserdichten Uhren

Bei allen Uhren gilt grundsätzlich die Devise: Je regelmässiger sie gewartet werden, desto länger ist ihre Lebensdauer.

Wir empfehlen eine wasserdichte Armbanduhr einmal pro Jahr, idealerweise vor der Badesaision, prüfen und alle 2 bis 3 Jahre die Dichtungen von Glas, Krone und Boden ersetzten zu lassen.


Der Uhrmacher empfiehlt

Worauf Sie beim Kauf einer wasserdichten Uhren achten sollten, erklärt der dipl. Uhrmacher Rhabilleur und Geschäftsführer Roger Jacquat von der Chronometrie Spinnler + Schweizer in Basel

Von Fedor Singer

Fedor liebt Uhren und gehört zu unseren erfahrenen Uhrenbloggern und ist für seine trendbewusste Statements bekannt. Er kommt aus Nordrhein-Westfalen und hat an der Uni Düsseldorf studiert...